Luftfeuchtigkeit messen

Unter Luftfeuchtigkeit oder Luftfeuchte versteht man den Gehalt der Luft an Wasserdampf. Die Luftfeuchte wird entweder absolut oder relativ angegeben. Die absolute Luftfeuchtigkeit ist die Wasserdampfdichte und wird in der Einheit Gramm (Wasserdampf) pro Kubikmeter (Luft) angegeben.

Die relative Luftfeuchte wird in Prozent angegeben, und zwar relativ zur maximalen Luftfeuchte. Beträgt die relative Luftfeuchte 100 %, so kann die Luft keinen weiteren Wasserdampf aufnehmen. Die maximale Luftfeuchtigkeit ist abhängig von der Temperatur.

Warme Luft kann deutlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Bei der spezifischen Luftfeuchtigkeit wird die Masse des Wasserdampfes pro Masse Luft angegeben.

Wofür ist die Luftfeuchtigkeit wichtig?

Ein zu hoher oder zu geringer Anteil an Wasserdampf in der Luft kann viele unerwünschte Folgen haben. Für den Menschen ist zu trockene oder zu feuchte Luft unangenehm und kann die Gesundheit beeinträchtigen. Herrscht in einem Gebäude über lange Zeit eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, so kann dies zur Bildung von Schimmel führen.

Technische Geräte wie Maschinen oder Computer sind sehr empfindlich gegenüber Luftfeuchtigkeit, aber auch Wertgegenstände wie Antiquitäten oder Bücher können durch zu hohe oder auch zu geringe Luftfeuchtigkeit Schaden nehmen. Es gibt also viele Gründe, warum man die Luftfeuchtigkeit messen oder kontrollieren möchte.

Aber wie funktioniert das eigentlich, also wie lässt sich feststellen, wie viel Wasserdampf in der Luft enthalten ist?

Wie kann man die Luftfeuchtigkeit messen?

TFA Dostmann Präzisions Thermo-HygrometerInstrumente, mit denen man die Luftfeuchte messen kann, nennt man Hygrometer. Hygrometer werden seit vielen hundert Jahren in der Meteorologie verwendet und messen meistens die relative Luftfeuchtigkeit. Das Verfahren besteht darin, dass sich bestimmte Materialeigenschaften bei Aufnahme von Wasser verändern.

Bekannt ist das Haarhygrometer, bei dem sich die Länge des Haares je nach der Luftfeuchtigkeit verändert. Ist die relative Luftfeuchte hoch, so nimmt das Haar Wasser auf und dehnt sich aus, die Länge des Haares nimmt also zu. Ist die relative Luftfeuchtigkeit niedrig, so gleicht sich auch die Feuchte im Haar der Luftfeuchte an. Das Haar wird trockener, zieht sich deshalb wieder zusammen und die Länge des Haares nimmt wieder ab.

Das Haarhygrometer* kann geringe Änderungen der Luftfeuchte sehr genau messen. Allerdings ist es auch sehr empfindlich und muss regelmäßig kalibriert werden. Heutzutage werden meistens elektronische, digitale Instrumente verwendet, die einfacher zu bedienen sind, aber auf einem ähnlichen Prinzip beruhen.

Ein wasseranziehendes (hygroskopisches) Material verändert durch Aufnahme des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes eine bestimmte Eigenschaft, etwa seine elektrische Leitfähigkeit. Diese Änderung kann gemessen werden und wird dann umgerechnet auf die Luftfeuchtigkeit.

Eine weitere Methode zur Bestimmung der relativen Luftfeuchtigkeit beruht auf der Messung der Temperaturdifferenz zwischen einem feuchten (kalten) und einem trockenen (warmen) Thermometer.

Die Temperaturdifferenz ergibt sich aus der Verdunstungskälte und ist umso größer, je geringer die Luftfeuchtigkeit ist. Diese Psychrometer* sind sehr genau und werden hauptsächlich in Wetterstationen verwendet.

Zusammenfassung – Luftfeuchtigkeit messen

Zu trockene oder zu feuchte Luft kann negative Folgen für Gesundheit, Gebäude, Wertgegenstände und Maschinen haben. Um dies zu verhindern, kann man die Luftfeuchtigkeit messen und kontrollieren. Hierzu gibt es verschiedene Instrumente und Messmethoden. Am meisten verwendet werden elektronische Hygrometer und Psychrometer.